00:00:04: Hallo, ich bin Inken Schönauer.
00:00:06: Ich bin Ressortleiterin Finanzen bei der FAZ.
00:00:09: In dieser Woche startet der Wirtschafts-Podcast
00:00:12: der FA Z.
00:00:13: Die gewohnten Formate werden gebündelt und sind dadurch besser aufhindbar.
00:00:18: Und die gute Nachricht ist?
00:00:19: Es gibt neue Angebote an fünf Tagen in der Woche!
00:00:28: Der Anspruch, den wir dabei haben bleibt derselbe.
00:00:30: Wir recherchieren, fragen nach, widersprechen und ordnen ein.
00:00:34: Noch mehr als bisher nutzen wir unser breites Korrespondentennetz.
00:00:38: Wir wissen
00:00:38: eine Zahl allein sagt wenig – und eine Unternehmensmeldung erzählt selten warum ein Vorstand so oder anders
00:00:46: entscheidet.
00:00:47: Deshalb werden wir noch mehr erzählen, noch mehr analysieren und noch mehr einordnen!
00:00:52: Warum hält sich die Inflation so hartnäckig?
00:00:55: Was wird aus der deutschen Autoindustrie?
00:00:57: Wie verändert künstliche Intelligenz unsere Arbeit?
00:00:59: Was heißt das für unser Geld, für unseren Job oder die nächste politische Entscheidung.
00:01:04: Wer uns in den Podcasts Finanzen Künstliche Intelligence, Digitalwirtschaft und Wirtschaftspolitik schon gehört hat, der findet seine Themen künftig sehr viel leichter!
00:01:15: Wer uns neu entdeckt stößt auf überraschende Themen.
00:01:18: Wir erzählen zum Beispiel Wirtschaftsgeschichten, schauen auf die Zukunft der Mobilität und zeigen wie Lieferketten die Weltwirtschaft verbinden Mit Hosts, die ihre Themen seit Jahren kennen und mit Entscheidern genauso gesprochen haben wie mit denen, die davon betroffen sind.
00:01:33: Und wir können uns es auch mal leisten einfach zu sagen – das wissen wir noch nicht!
00:01:39: Aber wir gehen der Sache auf den Grund.
00:01:41: Dahinter steht die Wirtschaftsredaktion mit ihrem weltumspannenden Korrespondentennetz und den Redakteuren in Frankfurt.
00:01:50: auf allen gängigen Plattformen wie Apple Podcast und Spotify.
00:01:54: Und auch Fatsnet unter Podcasts.
00:02:01: Stellen Sie sich vor, sie leben in einer Stadt die acht Komma fünf Millionen Euro in ein Parkhaus investiert hat damit Menschen in einer nagelneuen Fabrik arbeiten können.
00:02:10: drei Jahre später stellt der Konzern fest er diese fabrik betreibt dass er auf sie verzichten kann statt und Mitarbeiter sind an Aufruhr und das jetzt seit einem Jahr.
00:02:19: darüber sprechen wir heute im Wirtschaftspodcast der FAZ.
00:02:23: Mittwochs hören Sie das Wirtschaftswunder mit einer Geschichte über die großen Veränderungen in der Wirtschaft, über Krisen und Skandale und über die hoffnungsvollen Perspektiven.
00:02:31: Ich bin Philipp Krohn und werde hier öfter zu hören sein.
00:02:34: Manchmal ist auch meine Kollegin Stefanie Diemann dran.
00:02:37: Heute erzählt uns Benjamin Wagener seine Geschichte des vergangenen Jahres.
00:02:41: Er ist unser Korrespondent im Südwesten Deutschlands.
00:02:44: Seine Themen sind die großen Konzerne seines Bundeslandes wie Mercedes-Bosch Und der ist permanent in Baden-Württemberg unterwegs.
00:02:51: Das Unternehmen, das diese weitreichende Entscheidung getroffen hat, ist Bosch Siemens Hausgeräte.
00:02:56: Der Ort ist Bretten in Nordbaden.
00:02:58: Hallo Benjamin!
00:02:59: Hallo Philipp schön dich zu hören.
00:03:00: Kannst du dich noch erinnern wie Du von dieser Nachricht erfahren hast dass Bosch siemens Haus Geräte diese Fabrik schließen möchte?
00:03:08: Ja ganz genau.
00:03:10: Das war am zehnten Oktober und zwanzig fünfundzwanzig.
00:03:13: ich war auf dem Sportplatz des S Vosch Malek und habe gerade meine Tochter beim Fußballtraining beobachtet, als eine Nachricht auf meinen Diensthinni ankam mit der Nachricht das Bosch Siemens Hausgeräte zwei Werke in Deutschland.
00:03:27: Das Werk in Nauen, in Brandenburg und das Werk in Bretten bei mir in Baden-Württemberg schließen würde.
00:03:35: Diese Ankündigung kam für mich aus dem Nichts und war eine große
00:03:39: Überraschung.".
00:03:40: Ich habe jetzt mal für die Vorbereitung auf diesen Podcast reingeguckt in unser Archiv und festgestellt, zwölf Mal hast du innerhalb eines Jahres darüber geschrieben.
00:03:48: Das heißt das ist ja schon eine Geschichte, die dauerhaft irgendwie in deinem ganzen Nachrichtenportfolio blieben?
00:03:54: Ist es eine Geschichte wie alle anderen oder ist das irgendwie eine besondere Geschichte?
00:03:58: Ich
00:03:58: glaube dass es eine besonderen Geschichte im Dreierlei hinsicht.
00:04:02: Einmal natürlich... durch diese große Überraschung, die mich da an diesem Tag im Oktober erfasste.
00:04:10: Weil zuvor hatte das Unternehmen ganz klar gesagt trotz verschiedener Probleme, trotz einer Krise, die sich angedeutet hat an den sechs deutschen Fabriken festhalten zu wollen.
00:04:23: Der damalige CEO Matthias Metz sagte wir halten an unseren sechs Fabricken in Deutschland fest.
00:04:29: Das war der erste Punkt.
00:04:34: dass mit der Fabrik in Bretten eine sehr, sehr moderne Produktion geschlossen werden sollte.
00:04:43: Eine Produktion die das Unternehmen wenige Monate vor dieser Entscheidung gerade grundlegend saniert hatte und eine sehr neue Produktionsanlage eingebaut hat.
00:04:56: Und das Dritte was schon besonders ist dadurch Im Kern eigentlich nichts Besonderes ist, sondern quasi ein Pass pro Toto.
00:05:06: Es steht dafür wie eine Produktionsanlage eines global agierenden Konzerns in der aktuellen Weltlage unter Druck kommt wenn sie hier industrielle Produkte in Deutschland herstellt.
00:05:20: anhand dieser Geschichte kann man eigentlich ein wenig das Grundproblem des Wirtschaftsstandorts Baden-Württemberg und damit auch des Wirtschaftstandorts Deutschland erzählen.
00:05:29: Wir nehmen uns die Zeit, das ein bisschen genauer alles anzugucken.
00:05:32: Du hast ja mit sehr vielen Menschen dort gesprochen und du hast auch von vielen Menschen O-Töne eingesammelt.
00:05:38: auf die werden wir gleich zu sprechen kommen oder bzw sie uns auch anhören.
00:05:43: Wie hast du die Reaktion der Menschen in Bretten wahrgenommen?
00:05:48: Die Menschen in Bretten vor allen Dingen in erster Linie die Belegschaft.
00:05:53: ich habe dann relativ schnell angefangen telefonieren, sowohl mit Betriebsräten als auch mit anderen Menschen in Bretten.
00:06:04: Als auch mit der Gewerkschaft vor allen Dingen.
00:06:07: die Menschen im Werk waren wie ich völlig überrascht und völlig vor den Kopf geschlagen weil auch sie haben genau das wahrgenommen.
00:06:18: Sie haben die Probleme ihres Unternehmens gesehen waren aber eigentlich guten Mutes dass ihr Werk damit ihre Arbeitsstellen eine Zukunft haben, eben weil das ein sehr modernes Werk im BSH-Konzern ist und weil das Unternehmen dieses Werk in den vergangenen Jahren immer wieder saniert und modernisiert hat.
00:06:41: Und weil – und das ist noch eine sehr lustige Annädote, weil BSH das Werk selbst gerade zwei Jahre zuvor als Fabrik des Jahres innerhalb des großen global agierenden BSH Konzerns ausgezeichnet hat.
00:06:57: Lass uns doch mal einhören, also du hast mit dem Betriebsratsvorsitzenden gesprochen der sich dadurch aus Empört gezeigt hat.
00:07:03: ich glaube das konnte man am Telefon wahrscheinlich etwas mehr erleben als bei den direkten Rotönen.
00:07:07: aber lass uns doch vielleicht hineinhören und dann stellen wir ihn hinterher auch vor.
00:07:11: hier muss ich ehrlich sein mit so einer Entscheidung bzw Hinweise gab es relativ wenig oder haben wir auch gar nicht damit gerechnet?
00:07:21: Sie hat uns komplett völlig getroffen, muss ich ehrlicherweise sagen.
00:07:24: Konkrete Hinweise gab es im Vorfeld nicht, zwar aus verschiedenen Kanälen wahrzuhören, dass im Hintergrund bei der PSH unterschiedliche Szenarien geprüft werden jedoch nicht in der Konsequenz für nicht mit so einem unmittelbaren Bezug zu
00:07:37: brennen.".
00:07:39: Das waren jetzt die Worte von Christian Kipsitz-Stuter, der Betriebsratschef des Werks Bretten, mit dem ich dann sehr schnell im Anschluss an die Entscheidung gesprochen habe.
00:07:47: Und ich habe ja gesagt, du hast diese Gespräche ja schon frühzeitig geführt.
00:07:51: Du hast da schon frühzeitig in der Ahnung dass das für uns auch mal für ein Podcast wichtig sein könnte.
00:07:56: Gespräche mitgeschnitten.
00:07:58: wir haben auch viel neuere Othine von ihm im weiteren Verlauf des Podcasts.
00:08:02: was ist so sein Gefühl?
00:08:05: Was ist in der Belegschaft vor sich gegangen als dieser Entscheidung getroffen worden ist?
00:08:10: die Interviews, die Ich mit ihnen gefühlt hab war natürlich Vor allen Dingen in der Anfangsphase sehr geprägt von dem Eindruck im Werk entstanden ist an dem zehnten Oktober.
00:08:20: Denn nicht nur ich und er waren überrascht, sondern vor allen Dingen die Belegschaft war auch überraschend.
00:08:26: Und er hat mir dann immer wieder berichtet wie eigentlich der Entscheidung an die Mitarbeiterinnen und Kollegen kommuniziert worden ist.
00:08:34: Es war so als es war ein Freitag und am Freitagsvormittag hat das Unternehmen kurzfristig eine Betriebsversammlung oder eine Versammlung Einberufen und er hat mir dann genau beschrieben, wie das war.
00:08:48: Es war in einer Lagerhalle zwischen Paletten, zwischen halb verpackten Geräten.
00:08:54: War ein profisorisches Podium aufgebaut und da kam ein Manager aus München.
00:08:59: der hat quasi in einem Brief oder einen Schreiben verlesen.
00:09:04: es waren kaum Fragen zugelassen und da hat dann das Unternehmen die Entscheidung verkündet das Werk zu schließen.
00:09:12: Er berichtete mir dann, wie seine Kollegen reagiert haben.
00:09:16: Er sagte völlig Überraschung!
00:09:17: Sie haben mit leerem Blick auf den Boden oder an die Decke gestarrt.
00:09:22: Er hat das Wort Schockstarre benutzt und er hat gesagt eigentlich war an dem Tag dann die Arbeit gelaufen und die Kollegen haben die nächsten beiden Tage das Wochenende dafür gebraucht um überhaupt diese Entscheidung nur ansatzweise zu verstehen.
00:09:40: Und genau dieser Eindruck kam eigentlich in jedem meiner Interviews mit ihm dann zur Sprache, dass er diese Gefühle noch in sich hatte.
00:09:51: Wie schwer diese Entscheidung für die Kollegen und seine ganze Belegschaft gewesen ist?
00:09:59: Die Entscheidung kam für uns so überraschend, weil wir ein traditionelles Reichesunternehmen mit einer zu hundertfünfzigjähriger Geschichte im Bretten sind hochwertige Produkte entwickeln und produzieren.
00:10:10: Und über engagierte Mitarbeiter verfügen, die alles immer für den Unternehmens Erfolg gegeben haben.
00:10:15: Ist diese Entscheidung für uns absolut nicht nachvollziehbar.
00:10:18: Hinzu kommt aber noch dass wir gemeinsam mit dem Arbeitgeberseite eine starke und tragfähige Standardstrategie entwickelt hatten, die von einem Respekt voll miteinander geprägt ist.
00:10:29: Der Standort Brätner hat im hat seine Ziele stets immer erreicht und erfüllt.
00:10:34: Dieser auch weiterhin zuverlässig, auch in dieser aktuellen Zeit Und von dem Hintergrund aus.
00:10:39: Aus meiner Sicht ist es eine gravierende Fehlentscheidung diesen Weg einzuschlagen.
00:10:44: Ja das finde ich sehr eindeutig was man aus der Belegschaft dort hören kann wie gesagt aus dem früher dieser O-Ton.
00:10:52: Auch die Stadtbretten hat natürlich sehr daran zu knabbern den Da sind ja viele Arbeitsplätze an dieses Werk gebunden.
00:11:01: Ich hatte auch am Anfang in der Einleitung gesagt, dass die Stadt sich mit acht Komma fünf Millionen Euro teiligt hat an der Entwicklung dieser Fabrik weil dieses Parkhaus errichtet worden ist.
00:11:11: da ist sie ja schon stark in Vorleistung gegangen.
00:11:14: wie hat man das in der Stadt aufgenommen?
00:11:15: Die Stadt wenn man sagen kann die Stadt aus der Oberbürgermeister war mehr oder weniger stinksauer.
00:11:23: erst mal ist es nämlich sehr auch sehr kurz, was sich informiert worden zehn Minuten bevor die Belegschaft im Werk informiert wurde ist.
00:11:30: Hat er einen Anruf bekommen mit der Nachricht dass das Werk geschlossen werden soll und dafür ist ein bestimmtes Bauwerk eine bestimmte Investitionen der Stadt ein großes Symbol.
00:11:42: nämlich Im Jahr zwanzig zweihnzwanzig hat die Stadt Bretten ein Parkhaus gebaut und zwar fast ausschließlich für das Werk Bretten bestimmt war.
00:11:55: Die wenigen Flächen des Werkes sollten für die Produktion genutzt werden und deshalb hat die Stadt Bretten dieses Parkhaus gebaut, und von den fünfhundertneunzig Plätzen sind fast vierhundert nur an das Werk vermietet damit all die begrenzten Flächen für das Werk genutst werden können.
00:12:16: Und diese Investition war für den Oberbürgermeister sogar Symbol.
00:12:20: wir als Stadt unterstützen den Konzern, dass das Werk zukunftsfähig gemacht wird und nun kommt diese Schließung.
00:12:28: Und das war für ihn das Symbol für seine Wut und quasi der Grund für seinen großen
00:12:33: Ärger.".
00:12:34: Dann lass uns mal reinhören was er gesagt hat!
00:12:37: Also die Entscheidung, dass Das Neffwerk in Bretten geschlossen werden soll, hat uns ganz kurzfristig erreicht nämlich morgens am Tag der offiziellen Verkündungen.
00:12:49: Ich hätte mir gewünscht Standort Oberbürgermeister frühzeitig in Gespräche eintritt.
00:12:55: Denn wenn man möchte, gibt es grundsätzlich auch
00:12:58: Immerlösungen.".
00:12:59: Das waren jetzt die Worte von Nico Moras.
00:13:01: erst der Oberbürgermeister der Stadt Bretten und mitliegt der CDU.
00:13:06: Als ich in Bretten war habe ich überall in und um das Werk Plakate gesehen Neff ist Bretten, Bretten ist Neff.
00:13:13: Bretten is eine dreißigtausend Einwohnerstadt und Herr Oberbürgemeister hat mir vorgerechnet, geschlossen wird, sind rund tausend direkte und rund drei Tausend indirekte Arbeitsplätze von der Schließung betroffen.
00:13:27: Das heißt im Zulieferer Handwerksbetriebe die Gastronomie alle werden in Mitleidenschaft gezogen wenn dieser Beschluss umgesetzt wird.
00:13:35: Und genau das hat diese ganze Stadt bewegt vor allen Dingen vor dem Hintergrund was er ja auch anspricht an der langjährigen Geschichte.
00:13:45: es geht ja da einerseits um die Arbeitsplätzen Bestimmt das Wichtigste sind, aber es geht auch um diese emotionale Bindung der Stadt.
00:13:53: Das Neffwerk in Bretten ist nicht nur der wichtigste Arbeitgeber der Stadt sondern er hat wie gesagt die Industriegeschichte des kleinen Städtchens über Jahrzehnte geprägt.
00:14:03: Es wurde von dem Schlosserweißter Karl Neff gegründet.
00:14:07: Daher kommt der Name Neff denn das ist ja für uns interessant.
00:14:09: wir haben ja bislang immer nur von Bosch Siemens Hausgeräte gesprochen und das ist also sozusagen der Ursprung dieses Namens.
00:14:15: warum alle in Bretton von Neff sprechen.
00:14:17: Genau, ein Schlossermeister namens Karl Neff hat mit vier Handwerkskollegen einen Betrieb zum Bau von Kohleöfen entwickelt.
00:14:24: Aus dem sich dann im Laufe der Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg Europas führender Hersteller von elektrischen Herden entwickelt hat.
00:14:32: und deswegen ist diese emotionale Bindung der Bürger von Neff so eng mit dem Werk verbunden weil die Jüngere Geschichte der Stadt, halt von diesem Werk geprägt wird.
00:14:44: Lass uns noch mal reinhören wie das aus der Perspektive des Oberbürgermeisters Moras sich anhört.
00:14:51: Also die Firma Neff steht natürlich für den Industriestandort Bretten.
00:14:55: Es gibt eine tiefe Verwurzelung zwischen der Firma Neffen und der Stadt Bretten.
00:14:59: Das zeigt sich auch darin dass wir im Rathaus eine Dauerausstellung haben Der Firmengeschichte der Firma NEFF Und direkt betroffen sind nach meinem Kenntnis Droundabout tausend Arbeitsplätze.
00:15:14: Aber wir dürfen natürlich nicht außer Acht lassen, dass an den Industriearbeitsplätzen auch sehr viele indirekte weitere Arbeitsplätzchen hängen.
00:15:23: Deshalb gehen wir davon aus, dass durch die Schließung des Netzwerkes in Bretten aber nicht nur in Bretton sondern im gesamten Mittelzentrumsbereich und in der Region zwischen drei und viertausend betroffen sein werden.
00:15:41: Und es ist natürlich ein ganz herber Schlag für Bretten und die gesamte
00:15:44: Region.".
00:15:45: Ja, ich glaube damit haben wir doch einen ganz guten Eindruck dafür bekommen was in Bretten los war nachdem diese Entscheidung bekannt gegeben wurde und dann auch im Verlauf setzt ihr ja auch der Kampfgeist ein durchaus in der Belegschaft und auch im Rathaus.
00:16:01: und gleichzeitig hat man in München wo Bosch Siemens Hausgeräte sitzt nicht so richtig einen Zeichen gesetzt, dass man da noch gemeinsam zu einer Lösung kommen kann.
00:16:12: Was ist eigentlich die Argumentation beim Konzern?
00:16:16: Ich glaube, da muss man ganz einfach sehen, dass Bosch Siemens Hausgeräte ein weltweit agierender Hersteller von Haushaltsgeräten ist.
00:16:26: und da ist das Werk in Bretten so wichtig, eine Fabrik unter ganz, ganz vielen im globalen Netzwerk.
00:16:38: Und das war auch einer der Hauptargumente vom damaligen CEO Matthias Metz, der gesagt hat ich muss den Gesamtkonzern im Blick halten und die Verantwortung für den Gesamtenkonzernen im Blick behalten und muss schauen dass da die Auslastung für alle Werke so gegeben ist produzieren.
00:17:01: und genau das war aus seiner Sicht nicht der Fall, wenn man die das Werk in Bretten weitergeführt hätte.
00:17:07: Also eine Bausch-Siemenshausgeräte ist bei Weitem mehr als Neff.
00:17:11: Das kann man eindeutig so sagen.
00:17:13: es gibt eben wie du gesagt hast diese dieses weltweite Produktions Netzwerk und gleichzeitig ist es aber trotzdem ein Traditionsunternehmen.
00:17:24: spielt das in irgendeiner Form eine Rolle in der Kommunikation?
00:17:28: In der Kommunikation bei PSH spielt das natürlich eine Rolle.
00:17:32: Die Unternehmen ist schon sehr bewusst, dass das Werk NEV eine einzigartige Industriegeschichte hat aber das zählt natürlich nichts wenn es um die zukünftigen Produktionsentscheidungen und Entscheidungen gibt wo welche Produkte produziert und hergestellt werden.
00:17:49: Da geht es um harte Zahlen.
00:17:51: da geht es darum dass das gesamte Produktionsnetzwerk profitabel und zukunftsfähig ausgestellt ist.
00:17:58: Und da kann auch sei die Historie noch so lang und noch so einzigartig, da spielt dieser Aspekt keine Rolle.
00:18:07: Jetzt
00:18:08: hast du Matthias Metz mehrfach genannt?
00:18:10: Er ist aber zwischenzeitlich nicht mehr CEO des Unternehmens.
00:18:12: Was hat sich da getan?
00:18:14: Matthias metz ist im Sommer als Geschäftsführer der BSH zurückgetreten.
00:18:18: er hat persönliche Gründe dafür angeführt.
00:18:21: Die Verhandlung im Falle der Fabrik von Bretten hat dann Franziska Ritz übernommen.
00:18:27: Sie führt gerade die Gespräche sowohl mit dem Betriebsrat als auch mit potenziellen Investoren.
00:18:34: Ja, lass uns doch noch mal reinhören was Franziska ritz die zuständige Managerin dazu gesagt hat und das müssen wir vielleicht vorab erklären.
00:18:41: sie hat anders als Matthias Metz mit dem du ja über den Verlauf des Jahres gesprochen hast hier ein Statement verlesen und uns zur Verfügung gestellt.
00:18:49: Lassen Sie mich eines vorneweg ganz deutlich sagen.
00:18:52: Wir haben uns die Entscheidung, Bretten zu verändern wirklich alles andere als leicht gemacht.
00:18:58: Aber wir müssen den Tatsachen ins Auge blicken.
00:19:01: Der Markt ist seit längerem rückläufig der Wohnungsbau stagniert und das Kaufverhalten hat sich spürbar verändert.
00:19:08: Die Menschen kaufen eher günstigere Geräte.
00:19:11: Das hat leider dazu geführt dass wir in unseren Fabriken dauerhaft so wenig Auslastung haben
00:19:17: ist ja eine interessante Aussage, weil sie etwas darüber verrät wie die Weltmärkte auch mit rein spielen.
00:19:23: Wir kommen nochmal zu diesem Verhältnis kleine Kommune und gleichzeitig ein internationaler Konzern.
00:19:29: Ist das im Moment vor allem eine Veränderung des Kaufverhaltens?
00:19:33: Also dass Kunden zum Beispiel die Dunstabzugshaugen haben, die dort hergestellt werden nicht mehr so wertschätzen?
00:19:39: oder Doch diese große China-II.null Geschichte, da werden sehr günstige Produkte hergestellt inzwischen technologisch auf einen sehr ausgereiften Niveau die einfach in großer Masse produziert werden können und den deutschen Herstellern große Sorgen
00:19:56: machen.
00:19:56: Das ist alles.
00:19:59: Und genau das macht den Fall Bretton so absolut spannend weil sich nämlich im Falle von Bretton ganz viele Gründe überlagern und leider gegenseitig verstärken.
00:20:08: Man muss bei BSH sagen, die hatten einen großen Boom während der Corona-Pandemie.
00:20:13: Jeder ist zu Hause geblieben, jeder hat sein Heim und sein Zuhause saniert modernisiert und da war ein ganz großer Küchenboom.
00:20:21: Jeder hat eine neue Küche sich gekauft.
00:20:23: BSH ist aus dieser Welle rausgekommen und die Absatzzahlen ging zurück.
00:20:28: das hat sich verstärkt dadurch dass in Deutschland und Europa die Bauwirtschaft nicht läuft.
00:20:36: Man muss immer dran denken, wenn ein neues Haus gebaut wird müssen da neue Küche rein.
00:20:41: Wenn neue Mietwollungen gebaucht werden braucht man neue Küchen.
00:20:44: das läuft nicht gut und dann kommt wenn man jetzt die geopolitische Situation im Welthandel spürt das Problem mit China.
00:20:53: Die chinesischen Unternehmen haben in ihrem Markt große Überkapazitäten aufgebaut.
00:20:58: Die Tramschen Zölle verhindern dass die chinesen Unternehmen ihre Produkte in den USA verkaufen.
00:21:03: Wo müssen sie mit ihren Produkten hin?
00:21:05: Sie streben alle nach Europa.
00:21:07: Und genau mit diesem Problem ist die BSH konfrontiert.
00:21:12: und dann kommt noch was anderes hinzu, dass natürlich auch die europäischen Konsumenten oder die deutschen Konsumentendreißensiebler geworden sind.
00:21:22: Wenn es wirtschaftlich eng ist, dann überlegt man immer mehr, warum nehme ich nicht einen Kühlschrank einer Chinesischen Hersteller der möglicherweise XY-Prozent günstiger ist als der Kühlschrank oder der Herd von deutschen Marken wie Bosch oder Siemens.
00:21:43: Benjamin Wagener ist das, er analysiert gerade sein Jahr mit BSH Hausgeräte und der Entscheidung eine Fabrik in Nordbaden aufzulösen.
00:21:52: Wir sind jetzt hier mittendrin in dem was ja jetzt analytisch sozusagen zu sagen.
00:21:58: Wie hängt das eigentlich mit den globalen Märkten zusammen?
00:22:02: Mit der Lieferkettenproblematik, mit der alle konfrontiert sind.
00:22:06: Mit der Zollpolitik in den Vereinigten Staaten?
00:22:08: also ein exemplarischer Fall.
00:22:10: Benjamin du bist jetzt ganz viel in Baden-Württemberg unterwegs.
00:22:14: wenn man diese Geschichte jetzt mal vergleicht für wie typisch, für wie normal, für dass was du im Moment im Bundesland Baden Württmberg recherchierst ist es.
00:22:24: Da ist diese Geschichte aus Sicht des Wirtschaftsstandorts Baden Württembergen eine sehr typische Geschichte.
00:22:28: Man muss einfach die vergangenen Jahrzehnte zurückschauen.
00:22:33: Da hat das Wirtschaftsmodell von Baden-Württemberg und auch von Deutschland so funktioniert, dass wir Vorprodukte und Rohstoffe eingekauft haben hier technologisch hochwertige Waren Produkte hergestellt haben und die in alle Welt verkauft haben.
00:22:49: Jetzt ist es so, dass insbesondere chinesischen Unternehmen die Produkte auf einem selben auf demselben Qualitätsniveau anbieten können, die aber oftmals viel günstiger sind.
00:23:00: Und deswegen ist dieses Problem, was ich hier am Werk NEF beschreibe so ein typisches Problem und setzt den Wirtschaftsstandort, dann wird es unter Druck.
00:23:12: Ja also wir sind jetzt wirklich in diesen großen tiefen Veränderungen.
00:23:16: du hast diese globalen Themen Zollpolitik angesprochen neue Produkte, die deutlich günstig hergestellt werden können Lieferketten thematik steckt da auch mit drin.
00:23:26: Es stellt sich so ein bisschen die Frage, was ist da eigentlich noch der Spielraum für Gewerkschaften und Arbeitnehmervertreter bei einer solchen großen globalen Veränderung überhaupt noch etwas zu bewirken?
00:23:39: Denn aufgegeben haben Sie sicher nach meiner Wahrnehmung noch nicht.
00:23:43: Nein das haben sie in der Tat nicht!
00:23:46: Als der erste Schreck verdaut war bei den Arbeitnehmern und beim Betriebsrat Sie sich zusammengesetzt und haben sich quasi gefragt, was können wir tun?
00:24:01: Und Grundlage waren damals Zahlen die der Betriebsrat vorgelegt hatte.
00:24:08: Dass das Werk Bretten wenn nicht hochforfittabel aber doch schwarze Zahlen geschrieben hat.
00:24:14: Die Arbeitnehmer haben dann gemeinsam mit der Gewerkschaft und einem Ökonomie-Institut aus dem Saarland ein Gegenkonzept zur Schließung erarbeitet das Vorsah, dass die Produktion der Dunstabzugsauben in Bretten weiter automatisiert wird um das Werk insgesamt profitabler zu machen.
00:24:36: Und dieses Konzept haben Sie vorgestellt natürlich verbunden mit Monaten und Wochen oder Wochen und Monaten von Protestaktionen, die in und um daswerk organisiert worden sind.
00:24:50: Und so kann man sagen, dass die Stimmung immer noch ein bisschen ähnlich ist wie zu Beginn deiner Recherche.
00:24:56: aber trotzdem der Betriebsrat versucht hat eine Art Selbstwirksamkeit zu erzeugen und das können wir uns ja mal anhören im O-Ton von betriebsratsvorsitzenden Kipchits Souter.
00:25:08: Ich denke sicherlich, dass wir einen Zeichen gesetzt haben wenn wir nicht
00:25:12: nur regional
00:25:13: hier auf uns aufmerksam gemacht haben sondern auch Bundesweit, und da haben wir vergessen.
00:25:18: Wir waren auch im Bundestag fort in zwei Veranstaltungen oder zwei Sitzungen.
00:25:24: Wir haben die Presse mitgenommen und durch das dass die Mitarbeiter hier auch so massiv ihren Arbeitsplatz gekämpft haben, beispielsweise Menschenkette zweieinhalbtausend Menschen ums Werk herum denke ich habe mir ein Zeichen gesetzt.
00:25:38: mit uns kann man nicht einfach so umgehen.
00:25:40: Ja, das hört sich sehr beeindruckend an und gleichzeitig – ich bleibe reite weiter auf diesen Punkt rum.
00:25:45: Die globalen Veränderungen kann man damit nicht aus der Welt schaffen.
00:25:48: also dieses neue Konzept ist es denn von der Konzernführung positiv aufgenommen worden?
00:25:57: Am Anfang herrschte in München ein großes Skepsis als der Betriebsrat dieses Alternativkonzept angekündigt hat.
00:26:05: auch in den Konferenzen In den Bilanzpressekonferenzen sowohl von Bosch Siemens Hausgeräte als auch vom Bosch Mutterkonzern wurde das zur Kenntnis genommen, dass die Arbeitnehmer ein Alternativkonzept ankündigen.
00:26:19: Aber es wurde auch klar gesagt dieses Werk hat für unser Produktionsnetzwerk in Europa keine Zukunft Und wir halten an dem Schließungsbeschluss fest.
00:26:32: Das waren wirklich harte Worte, die auch Matthias Metz dann bei der Bilanzpressekonferenz noch einmal gewählt hat.
00:26:38: Dann hat der Betriebsrat das Alternativ-Konzept vorgestellt.
00:26:43: Es sah davon aus dass die Backofenproduktion quasi auf Null runtergefahren wird, dass das Werk aber als Backups dann Standort aufrechterhalten wird und Produktion der Dunstabzugshaupten automatisiert wird und neue Aufträge gewonnen werden, indem die nicht mehr an andere Unternehmen vergeben werden.
00:27:07: Hallo ich bin Holger Schmidt Wirtschaftsredakteur der FAZ und verantwortlich für den Digitalwirtschafts-Nusletter.
00:27:13: Seit im Jahr zwei Tausend Zwanzig spreche ich gemeinsam mit Peter Wuxmann Professor für Wirtschaftsinformatik in der TU Darmstadt im KI Podcast mit Gästen ganz konkret über den Einsatz von künstlicher Intelligenz über das was heute bereits funktioniert was morgen möglich sein könnte, aber auch darüber, was man mit KI besser nicht tun sollte.
00:27:29: Jeden ersten Donnerstag im Monat im FAZ-Wirtschafts-Podcast.
00:27:35: Anfangs reagierte dann München mit einer Ankündigung Wir werden das Konzept prüfen und innerhalb von vier Wochen eine Antwort geben.
00:27:44: Diese Antwort hat sich weiter verzögert so dass Mitte Juli überraschenderweise für viele Beteiligten die Antwort kam Wir sehen in dem Konzept eine Chance und werden das nicht eins zu eins übernehmen, aber wir werden versuchen für die uns Abzugshauben Produktion eine Zukunft zu finden.
00:28:09: Und wenn man mit dem Unternehmen spricht dann ist ganz klar dass der Impuls dafür die Entscheidung nochmal zu überdenken, dass dieser Impuls ausging von dem Alternativkonzept des Betriebsrats.
00:28:23: ohne dieses Alternativkonzept wäre so durchgefochten worden, wie es eigentlich angekündigt war.
00:28:30: Und da hat der Betriebsraht schon einen großen Erfolg für sich verbuchen können, dass überhaupt diese Entscheidung nochmal aufgemacht worden
00:28:39: ist.".
00:28:43: einer Konfliktsituation, die man einen Klassenkampf nennen könnte.
00:28:46: Sondern in der klassischen deutschen Sozialpartnerschaft, in der Arbeitgeber und Arbeitnehmerseite gemeinsam konstruktiv nach Lösungen suchen.
00:28:55: Aber dieses Konzept ist ja jetzt noch nicht... Also das sagt ja nicht nur wir produzieren effizienter und versuchen damit günstiger zu sein und dem chinesischen Wettbewerb stand zu halten sondern es beinhaltet auch noch weitere Punkte.
00:29:08: was steckt da noch drin?
00:29:10: Die Kernidee ist folgende Die Backofenproduktion lässt man auslaufen und verlegt sie an ein anderes deutsches Werk, aber man versucht die Dunstabzugshauben-Produktion aufrecht zu erhalten.
00:29:24: Und das Werk in Bretten als eigenständiges Unternehmen zu führen, dass sich einen neuen Zugang zu neuen Märkten und neuen Kunden sucht.
00:29:35: Dafür braucht es eine Investor oder ein Käufer.
00:29:42: kräufern für das Werk in Bretten.
00:29:44: Und was kann man sagen?
00:29:45: Gibt es da Aussichten, dass jemand sich darauf einlässt?
00:29:48: denn die Rahmenbedingungen sind schwierig?
00:29:51: Die Rahmenbedinger sind schwierig.
00:29:53: Es ist aber jetzt zur Zeit so, dass drei potenzielle Investoren einen Letter auf Intent eine Absichtserklärung unterschrieben haben In einer nähere Prüfung und eine nähere Verhandlung einzutreten.
00:30:07: Die drei Investoren kommen alle aus Deutschland Und der Plan ist, dass bis Ende des Jahres mit einem Investor die Gespräche so zum Ende geführt werden, das ein Kaufvertrag für das Werkenbretten unterschrieben werden kann.
00:30:23: Dann hören wir es doch noch mal in den Worten der jetzt zuständigen Managerin Franziska Ritz an!
00:30:28: Wir führen im Moment sehr intensive und auch sehr gute Gespräche.
00:30:32: Uns ist dabei eines ganz wichtig – wir suchen nicht einfach irgendeinen Käufer.
00:30:37: Wir suchen gezielt nach strategischen Partnern die den Kolleginnen und Kollegen in Bretten eine echte langfristige Perspektive bieten können.
00:30:47: Aktuell sind wir an einem entscheidenden Punkt angekommen, die ersten unverbindlichen Angebote liegen uns vor.
00:30:55: was uns besonders freut – die Interessenten kommen alle aus Deutschland.
00:30:59: diese Angebote prüfen wir jetzt sehr sorgfältig und genau das braucht einfach seine Zeit und diese Zeit müssen wir uns auch nehmen.
00:31:08: Schließlich geht es hier um die bestmögliche Zukunft für den Standort in Bretten.
00:31:14: Unser klares Ziel ist es, bis Ende XXV ein verbindliches Angebot auf dem Tisch zu haben und die Verträge zu
00:31:21: unterzeichnen.".
00:31:22: So ich denke lieber Benjamin zurück an unsere acht Komma fünf Millionen Euro beziehungsweise die Acht Komma Fünf Millionen Euro die die Stadt Bretton investiert hat in das Parkhaus für die Fabrik.
00:31:33: Die werden zum Teil aber dann doch zu viel gewesen sein weil diese Fabrik sich mutmaßlich etwas verkleinern wird, wie verändert sich eigentlich gerade die Stimmung in Bretten durch diese Entscheidung aus München?
00:31:47: Also ehrlich gesagt glaube ich kann man das noch gar nicht so richtig sagen.
00:31:50: Denn die Stimmung in der Stadt und auch bei unserem Oberbürgermeister Nico Morast ist noch ein bisschen skeptisch.
00:32:00: als ich jetzt jüngst wieder mit ihm gesprochen habe hat er gesagt natürlich begrüßen wir die Ankündigung dass Jetzt ein Investor gesucht wird, aber die Zurückhaltung und die Zweifel sind schon noch groß.
00:32:16: Wahrscheinlich ist das Video beim Fußball ein Spiel dauert neunzig Minuten und der HSV hat erst gewonnen wenn am Ende mehr Tore auf der Anzeigentafel stehen und der Schiedsrichter abgefiffen hat.
00:32:28: Ich will damit sagen Nico Morris würde sich erst freuen wenn dann wirklich ein Kaufvertrag unterschrieben ist.
00:32:34: Und noch ist die Skepsis relativ
00:32:35: groß.".
00:32:36: Jetzt hast du die Besonderheit dieses Podcast natürlich auch einfach so heimlich mit aufgedeckt, dass hier zwei HSV-Fans miteinander diskutieren.
00:32:43: Einer der gebürtige Hamburger ist einer, der in Nordhessen ist – wie kommt denn das jetzt eigentlich?
00:32:50: Ich bin als neunjähriger mit meinem Vater zu einem Heimatverein gegangen und der HSV ist als deutscher Vizemeister damals zu einem Freundschaftsspiel nach Nordhessen gekommen.
00:33:02: Und wenn man als neujähriger mit seinem Vater den HSV sieht, dann ist die lebenslange Fußballleidenschaft.
00:33:11: gekennzeichnet und vorgeschrieben.
00:33:13: Du bist noch in den guten Jahren schon geworden, ich bin leider in den nicht mehr ganz so erfolgreichen Jahren dazugekommen aber lassen wir das vielleicht überlassen.
00:33:20: gehen wir wieder nach Bretten wo es glaube ich einige KSC Fans geben dürfte und lass uns nochmal auf das hören was der Betriebsratsvorsitzende Kipchits Souter dann im Hinblick auf die sich verändernde Stimmung gesagt hat.
00:33:34: Grundsätzlich, die Stimmung mittlerweile hat sich ja gejährt.
00:33:38: Der Zentrum vom letzten Jahr sind alle müde und erschöpft.
00:33:43: Alle wünschen sich eine klare Linie, eine Entscheidung auch in einem Weg für die Zukunft.
00:33:49: Nichtsdestotrotz kommen unsere Mitarbeiter rein, machen ihre Arbeit hochprofessionell und liefern ab.
00:33:57: aber man spürt eine gewisse Müdigkeit und Erschöpftheit und wir möchten jetzt einfach irgendwann mal dass wir hier gemeinsam finden und einfach für alle das Beste am Ende des Tages rausholen.
00:34:09: So, zwölf Monate haben wir jetzt in denen diskutiert wurde über die Standortschließung.
00:34:15: Wir haben die Beteiligten der Stadt gehört, wir haben die Beteiligten aus der Belegschaft gehört und wir haben auch das Unternehmensmanagement selbst gehört wenn man auf den gesamten Prozess dieser zwölf Monate, die du das begleitest seit du am Sportplatz wo du deine Tochter begleitet hast von diesem Standort, vom Schließungsplan gehört hast.
00:34:37: Was ist für dich das Fazit dieser Geschichte?
00:34:41: Das Fazit der Geschichte ist zum einen, dass so traurig die Geschichte von Bretten ist, dass sie quasi ein Symbol für die wirtschaftliche Situation des Bundeslandes Baden-Württembergs Zum anderen, möglicherweise aber einen guten Ausgang hat.
00:35:01: Als Wirtschaftskurs von Baden-Württemberg ist man immer irgendwie auch Lokalpatriot.
00:35:08: Man leidet mit den Unternehmen die im Wettbewerb stehen und Probleme haben.
00:35:14: Man muss natürlich neutral mit Distanz drüber berichten und muss alle Krisengeschichten aufschreiben.
00:35:21: Aber im Kern, im Herzen ist man schon ... Ein Lokalparadiot in dem Sinne, dass man will, dass diese industrielle Produktion im Südwesten verbleibt und auch zukunftsmäßig gesichert ist.
00:35:35: Denn ich gehe sehr gerne durch Fabriken über den Shopfloor und schaue mir die industriellen Produktion an – und ich möchte, dass das auch in Zukunft so sein wird!
00:35:45: Und ich hoffe, dass sich irgendwann am nächsten Jahr von der neuen Geschäftsführung von BSH zu einem Besuch nach Bretten eingeladen werde dass die Geschäftsführung mir dann eine möglicherweise weite Automatisierte, aber vor allen Dingen zukunftsfähige Dunstabzugshaubenproduktion in Bretten vorstellt.
00:36:06: Benjamin Wagener war da.
00:36:07: Er ist unser Landeskorrespondent für die Wirtschaft in Baden-Württemberg und fährt eigentlich permanent von einem Standort zum anderen und spricht mit Konzernen, aber auch großen Familienunternehmen über die Zukunft ihres Unternehmens – das Folge unseres Wirtschaftspodcasts, Wirtschaftswunder.
00:36:26: Mein Name ist Philipp Krohn und mir hat es jetzt erst mal großen Spaß gemacht, dank Benjamin Wagener in diese Podcastwelt, unsere Wirtschaftspotcasts reinzukommen.
00:36:36: Und manchmal – das hatte ich schon versprochen und angekündigt – wird hier auch Stefan DiDimand eine Kollegin oder einen Kollegen durch ihre Geschichte führen.
00:36:44: Danke fürs Zuhören!
00:36:45: Wir haben hier einiges, was wir weiter besprechen können in den nächsten Wochen und wenn Sie Anregungen haben dann melden sie sich bitte gerne im Podcast at FAZ.de.
00:36:57: Wir werden auch all das, was Benjamin Wagner geschrieben hat über BSH in vergangenen Jahr in die Shownutz stellen.
00:37:03: da können Sie die Artikel dann auch nochmal in gelesener Form oder in geschriebener Form.
00:37:09: Vielen Dank für Ihr Interesse.
00:37:11: Bis zum nächsten Mal!